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Stellt Euch vor, Obama wäre Bundeskanzler


Als Cornel West vor Jahren seinen Aufsatz „Amerikas Zukunft ist schwarz!“schrieb, den ich in www.kritische-tiermedizin.de sofort veröffentlichte, gab es Obama nicht. Die amerikanische Hybris tobte sich aus in Guatemala, Honduras, Irak, Afghanistan und hatte die Gehirne von Angela Merkel & Co. total vernebelt: Schröder hatte gerade eine Beteiligung am Irakkrieg abgelehnt, sah sich diese CDU-Truppe veranlasst, einen Anbiederungsbesuch bei Bush vorzunehmen. Es schauderte mich und Ekelgefühle kamen auf.

Die Repräsentantin der Bürgerlichen/Konservativen zog eine Schleimspur von Berlin aus ins Oval Office, in das Amerikas Öl- und Waffenindustrie ihren Mann gesetzt hatten: einen Verbrecher, einen Mörder, einen Ungeist der Abscheulichkeit.

Eine genaue Analyse dieser Schleimspur förderte zu Tage, was kaum jemand auszusprechen wagte: Die Waffenexportindustrie Deutschlands hatte auf „Turbo“ geschaltet, überhaupt bewiesen der gewaltige Exportüberschuss und steigende Milliardeneinnahmen des Fiskus: Recht ham se, die Bürgerlichen. Wer Kohle macht, egal womit und mit wem - ist oben. Und dann kam Angela Merkel – ins Bundeskanzleramt.

Der (Un)geist von Schröder & Co. begleitete sie und die neuen Machthaber: Die Hartz IV – Gesetze wurden verschärft und gleichzeitig hieß es „Freie Bahn dem Tüchtigen“. „Neoliberalismus“ hieß das neue Wort. Übersetzen ließ sich das mit Raffgier und Gleichgültigkeit gegenüber der großen Zahl der Verlierer. Übersetzen ließ sich das auch mit Jahrhundert-Betrug der Banken, mit Ignoranz gegenüber Klimaveränderungen und vor allem mit Wegschauen, wenn´s um Menschenrechte und Hungerkatastrophen geht.

Die Schleimspur Angela Merkels von Berlin ins Oval Office beinhaltete auch demonstrative Sympathie für die Spaltung der amerikanische Gesellschaft, die sich in der deutschen wiederspiegelt: Turbo-Giga-Gewinne für die Macher, Armut und sozialer Niedergang für den Rest – eine überflüssige Bevölkerung. Und die So-zi-al-demo-kra-tie schaute zu.

Vier Jahre Angela Merkel & Co. In Berlin. Im Jahr 2009 bewahrheitet sich, was Wirtschaftsfachleute wie Rudolf Hickel voraussagten: Der Wahnsinn der neoliberalen Politik wird offenbar: Die überflüssige Bevölkerung wächst in atemberaubendem Tempo, in den Sozialsystemen kracht es gewaltig.

Die Berliner Republik wird in Afghanistan und am Horn von Afrika – verteidigt. Gewaltige Summen fließen in die Finanzierung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Schulen, Schulsysteme und Universitäten verkommen.

Im statistischen Vergleich mit den Vereinigten Staaten von Amerika „jehts uns doch noch Jold“, würde Sebastian Haffner sagen – „aba nich mehr lange“. Eine Rezession, wie sie die Bundesrepublik Deutschland seit ihrer Gründung noch nicht erlebt hat, wird immer mehr Menschen mit dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit konfrontieren. Diese Hoffnungslosigkeit wird die Demokratie verändern.

Und nun kommt Obama Deutschland. Yes, we can it auch. Obama Deutschland schafft zuerst Beschäftigungsprogramme für Millionen Bürger. Steuern werden nur noch von den Reichen bezahlt. Schulen und Universitäten werden renoviert. Mit der Einführung erstklassiger „Kindergärten für alle“ wird das Schulwesen so reformiert, dass engagierte Lehrer in kleinen Klassen gute Lernergebnissen befördern. Die Bundeswehr bleibt zu Hause und wird auf ein kleines Berufsheer reduziert. Amerikanische Waffensysteme werden in Europa abgebaut und nicht mehr zugelassen.

Noch was? Na klar!

Dirk Schrader, Hamburg

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